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Neue Akzente unter Klaus Ullrich und die bewegten Jahre 1997-2000 |
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Der
neue Schwung des Chorleiters fruchtet schon nach nur drei Monaten in vielen
neuen Ideen und Projekten. Klaus
Ullrich erweckt eine "Konzertreihe" mit dem Wiesbadener Knabenchor
als Veranstalter zum Leben. Das erste Konzert findet am 10. Januar mit dem
Bläseroktett der "Jungen Deutschen Philharmonie" im Christian
Zais-Saal im Wiesbadener Kurhaus statt, das leider jedoch sehr schlecht
besucht ist. Vom 22. Bis 29. März geht der Chor auf die erste
Ungarn-Konzertreise nach Budapest. Die Männerstimmen nehmen dabei am
internationalen Chorwettbewerb unter der Schirmherrschaft von „Musica
Mundi“ teil, mit einem achtbaren Erfolg und bronzenem Diplom. Die "Lamentationes"
von Thomas Tallis sind Teil des Wettbewerbsprogramm und man erfreut sich
auch des Zuwachs einiger Ehemaliger für die Konzertreise. Zur
Einführung von Klaus Ullrich in das Amt des Leiters des Wiesbadener
Knabenchores findet am Sonntag Jubilate am 21. April ein Vespergottesdienst
in der Kreuzkirche Wiesbaden statt. Der
goldene Oktober bringt die zweite Spanienreise vom 4. bis 14. Oktober mit
Stationen in Barcelona, Madrid und San Sebastián und Chorkonzerten mit den
„Musikalischen Exequien“ von Schütz, den „Lamentationes“ von Tallis,
sowie geistliche Konzerten von Scheidt und Schütz. Die
Tradition des Weihnachtskonzertes wird am 22. Dezember mit der "Historia
der Geburt Jesu Christi" von Heinrich Schütz wieder aufgenommen. Am
heiligen Abend gestaltet der Chor in einer Direktübertragung einen
Weihnachtsgottesdienst aus der Ringkirche im Zweiten Deutschen Fernsehen. "Eine
heiße Zeit kommt auf uns zu ... ", so beginnt einer der Rundbriefe in
diesem Jahr von Klaus Ullrich. Im März werden zwei Chorwochenenden in
Langenseifen durchgeführt, vom 6. bis 11.4. eine Chorfreizeit in
Neckarzimmern zur Vorbereitung der Johannespassion von Bach, welche dann am
15.4. in Bad Schwalbach, am 16.4. in Altenkirchen und am 17.4. im Rheingauer
Dom (Geisenheim) mit großartigem Erfolg aufgeführt wird. Am 20.4.
gestaltet man einen Rundfunkgottesdienst in Biebrich. Das
nächste große Werk lässt nicht lange auf sich warten. Im Mai wird die
Marienvesper von Claudio Monteverdi in St. Marien in Biebrich aufgeführt.
Zur Unterstützung wird ein Vokalensemble aus ehemaligen Männerstimmen des
Knabenchors, sowie Solosängern, die aus früher Chorarbeit von Klaus
Ullrich hervorgegangen sind, gebildet. Die Aufführung wird unter Verwendung
historischer Instrumente wie Flöten, Zinken, Dulzian und barocken
Streichinstrumenten, sowie der choreigenen Barockorgel durchgeführt. In
Erinnerung bleibt die herausragende solistische Leistung von Julian Podger,
der bereits die Johannespassion als Evangelist bravourös meisterte. Der
neue Chorleiter bringt auch einen Stilwechsel in der Chorliteratur.
Begeistert von historischer Aufführungspraxis lautet das Motto des Chores
jetzt um so mehr „Klasse statt Masse“ und „Leichtigkeit beim
Singen“. Die
geplante Israelreise im Sommer muss leider wegen organisatorischen Problemen
entfallen. In
der zweiten Jahreshälfte wird an mehreren Probenwochenenden eine a capella
CD-Aufnahme mit Weihnachtsliedern vorbereitet. Sah man die Aufnahme nach dem
ersten Aufnahmetag am 20.11. in der Oranier-Gedächtnis-Kirche wegen zu
lautem Verkehrslärms schon beinahe gescheitert, so wurde mit eiserner
Disziplin an den beiden folgenden Tagen in Delkenheim noch eine hörbare
CD-Eigenproduktion auf die Beine gestellt. Die
Weihnachtszeit bringt ein dichtgedrängtes Programm. Der Chor tritt bei zwei
Veranstaltungstagen von „Ihnen leuchtet kein Licht“ im Wiesbadener
Kurhaus auf. Es folgen Konzerte mit internationalen Weihnachtsliedern (CD)
in der Johanneskirche Bad Kreuznach (12.12.), in Kloppenheim (13.12.), in
der Talkirche Eppstein (19.12.) und in der Bonifatius-Kirche in Wiesbaden
(19.12.). Ein geplantes Konzert im Kurhaus entfällt leider. Dieses
Jahr gestaltet der Knabenchor zum ersten Mal die Christvesper in der
Marktkirche mit, was sich als Tradition bis zum heutigen 40-jährigen Jubiläum
etabliert hat. Im
Januar fahren 20 Mitglieder des Knabenchores zu einem Chorfestival mit
landestypischen Weihnachtsliedern nach Danzig. Dort werden erste Kontakte
mit dem litauischen Chor Aidija geknüpft, der dem Knabenchor noch mehrmals
begegnet. Für die Männerstimmen wird die Reise zu einem unvergessenen
Erlebnis der russischen Seele in puncto Trinkgebräuche. Die
Knabenstimmen wirken am 4.3. beim Konzert „Vaterunser“ (Paul Zoll) des Männerchores
Bierstadt im Kurhaus Wiesbaden mit, sowie am 6.3. bei der Bach'schen Matthäuspassion
der Schiersteiner Kantorei in der Marktkirche unter Martin Lutz. Die
Männerstimmen singen bei der Kantate „Der Gerechte kommt um“ von J.S.
Bach im Konzert des Chores der Stadt Wiesbaden am 11.5. unter GMD Oleg
Caetani im Kurhaus mit. In
den Osterferien geht der Chor auf Konzertreise mit a capella Programm nach
Italien/Toscana (2.4.-13.4.) Pisa, Follónica, Grossetto, Siena und
Bologna). In Follónica trifft man den Wiesbadener Oberbürgermeister bei
bester Bierlaune. Auf dem Konzertprogramm steht „Jesu meine Freude“ von
J.S. Bach, Monteverdi, sowie Motetten von Bach, Schütz, Mendelssohn und
Reger. Der
Knabenchor singt jetzt regelmäßig einmal pro Monat im Gottesdienst in der
Marktkirche Wiesbaden. Es werden wieder zahlreiche Probenwochenende in
Langenseifen durchgeführt, sowie eine Herstfreizeit in Norddeutschland
(23.10.-31.10.). Die
Konzertreihe des Wiesbadener Knabenchors wird ebenfalls mit zwei berühmten
Knabenchören weitergeführt. Am 9.5. kommt der Windsbacher Knabenchor zu
Gast in die Marktkirche, am 28.11. der Knabenchor Hannover. Dieses Jahr
beginnen die Bauarbeiten im Dietrich Bonhoeffer-Haus im Chorheim. Der
Knabenchor soll Ostern 94 seine eigenen Räumlichkeiten bekommen. Im
Oktober wird ein a capella Konzertprogramm in Dillenburg, Bingen,
Steinbergkirche, Kiel und Kelsterbach aufgeführt. Die
Knabenstimmen wirken im November beim Oratorium von Franz Liszt unter F.J.
Oestemer mit. Nach
den Weihnachtskonzerten in der Johanneskirche in Bad Kreuznach, in der
Bonifatiuskirche Wiesbaden und in Kloppenheim folgt der eigentliche Jahreshöhepunkt.
Nach sehr langer Zeit führt der Knabenchor wieder das Weihnachtsoratorium
von Bach auf (Teil I-III + V). Am 18.12. in Hattersheim, dann am 19.12. wie
gewohnt in der Marktkirche in historischer Aufführungspraxis zusammen mit
dem Barockorchester Florilegium. Eines der intensivsten Knabenchorjahre
schließt mit der Christvesper in der Marktkirche. Vom
7.2.-9.2. ist der estländische Mädchenchor "Ellerhein" aus
Tallin zu Gast mit einem Gastkonzert in der Marktkirche, am 6.3. sind es die
Limburger Domsingknaben - ebenfalls in der Marktkirche. Nach diesen
Gastspielen gestaltet der Knabenchor zwei Konzerte in der Stephanuskirche
und in Alsbach an der Bergstraße mit einem anspruchsvollen Konzertprogramm,
u.a. Schütz "Cantate Domino", Purcell "Remember not,
Lord", Josquin "Tu pauperum refugium",, Mendeslssohn
"Psalm 43" und "Psalm 100", Reger "O Herre
Gott" und "Dein, o Herr", Palestrina "Incipit oratio"
und Kodaly "Bergnächte". Im
März ist es soweit, die 180 qm Neubau für den Knabenchor sind fertig.
Fehlt nur noch die Möblierung. Eltern und Freunde des Knabenchores können
für 75,- DM die Patenschaft für einen der 100 neuen Chorstühle übernehmen.
10 Tische werden von der Nassauischen Sparkasse gesponsert. Vom 27.5. - 29.5
während der Tage der offenen Tür im Jugendzentrum erfolgt die Einweihung
der neuen Chorräume. In
der Osterzeit trifft der Knabenchor wieder mit dem englischen Barockensemble
Florilegium zusammen. Am Karfreitag (1.4.) wird die "zweite
Fassung" der Johannespassion in der Saalkirche in Ingelheim und in der
Hauptkirche Biebrich in barocker Aufführungspraxis aufgeführt. Als
Vokalsolisten nehmen Sabine Brunke, die Stimmbildnerin Ute Herbert-Reischl,
Andreas Karasiak und Clemens Wolf teil. Im
Mittelpunkt der Arbeit bis zu den Sommerferien steht die Produktion einer CD
mit dem Musikverlag Schulte+Gerth in Aßlar. Zur Vorbereitung wird eine
Chorfreizeit in Hilders vom 20.5.-25.5. durchgeführt. Im
Juni werden Weihnachtslieder (gesetzt vom Wiesbadener Komponisten Heitzmann)
vom hessischen Rundfunk aufgenommen. Dies ist jetzt bereits die zweite CD,
die der Knabenchor innerhalb von drei Jahren unter Klaus Ullrich aufnimmt. Auch
die zweite Jahreshälfte bietet wieder ein volles Programm für alle
Choristen. Im
September werden Konzerte in Wittelsberg und Dillenburg gegeben. Beide
Konzerte stehen im Zusammenhang des 100. Geburtstages des Chorgründers
Pfarrer Hugo Herrfurth. Am
5.10. kommt der Kieler Knabenchor als Gastchor in die Marktkirche. In den
Herbstferien fährt der Chor auf Chorfreizeit nach Bad Karlshafen
(14.10.-21.10.). Von Bad Karlshafen fährt man am 16.10. in die Frankfurter
Festhalle. Der Knabenchor hat die große Ehre, in einer Großveranstaltung,
dem „Liederfest zum Neuen Evangelischen Gesangbuch“ mitzuwirken. Vor
mehreren tausend Teilnehmern stellt der Knabenchor den Ansingchor des
Liederfestes. Eine Woche später
trifft man den Kirchenpräsidenten wieder beim Landeserntedankfest in der
Marktkirche. Am 30.10. singt der Knabenchor beim Jahreskonzert im
Kalle-Albert-Werk auf Einladung des "Kalle'schen Gesangvereins
1888". Beim
Elternabend am 14.11. wird die neue Elternvertretung gewählt: Waltraud
Hennemann und Birgit v. Rymon-Lipinski. Wer von beiden ahnte damals schon,
was dieses Amt später alles nach sich ziehen wird. Im
November ist der Kammerchor "Aidija" aus Litauen zu Gast in den
Knabenchorräumlichkeiten, den man in Danzig kennengelernt hat. Zusammen mit
dem Kammerorchester der Musikakademie und dem Vokalensemble, was sich
vornehmlich aus Männerstimmen des Knabenchores und ehemaligen Mitgliedern
aus früheren Ensembles von Klaus Ullrich zusammensetzt, gestaltet man das
"Requiem" von Mozart in der Basilika von Schloss Johannisberg und
im Thiersch-Saal des Wiesbadener Kurhauses (20./21.11.). Ohne Pause kommt
auch schon der nächste Gastchor vom 22.11.-25.11. - diesmal aus einer ganz
anderen Ecke der Welt: der "Paarl-Wellington-Youth-Choir" aus Südafrika.
Am gleichen Tag eröffnet der Knabenchor auf dem Mauritiusplatz zusammen OB
Achim Exner den Wiesbadener Weihnachtsmarkt. In
der Adventszeit werden zwei Konzerte in Meisenheim und Bad Kreuznach und
zwei Konzerte zusammen mit dem St. Petersburger Knabenchor und dem Bläserensemble
"Orig. Rheingauer Rebläuse" (Leitung Chorvater Karl-Ernst
Eschborn) in der Bonifatiuskirche in Wiesbaden und in der Basilika Schloss
Johannisberg unter der Schirmherrschaft von Fürstin v. Metternich
gestaltet. Am 8.12. singt man wie im Jahr zuvor im Rahmen der Veranstaltung
"Ihnen leuchtet kein Licht" auf dem Schloßplatz. Eine
etwas andere Erfahrung macht man dann am 11.12. in einem Privatkonzert der
Familie Haupt in Kloppenheim zusammen mit Franz Lambert und Riego Gambini.
Es gibt eben verschiedene Musikrichtungen, die aber alle das gleiche Ziel
verfolgen: dem Zuhörer Freude bereiten. Das
Weihnachtskonzert findet diesmal am 18.12. in der Hauptkirche Biebrich,
anschließend in der ev. Kirche Taunusstein-Bleidenstadt mit Werkern von
Heinrich Schütz statt, als Mittel- und Höhepunkt das Schütz'sche
Weihnachtsoratorium "Historia der Geburt Jesu Christi" für Soli,
Chor und Orchester. Die Solisten kommen aus den eigenen Reihen, die
Stimmbildnerinnen Eva Schmidt und Ute Herbert-Reischl. Begleitet wird das
Konzert von einem Barockorchester mit Violinen, Gamben, Flöten, Trompeten,
Posaunen und Orgel. "same
procedure as every year" - jetzt schon eine richtige Tradition: am
24.12. gestaltet der Knabenchor zum dritten Mal die Christvesper in der
Marktkirche und beschließt das Arbeitsjahr. Die
ursprünglich für dieses Jahr geplante Australienreise muss wegen
mangelnder Finanzierung verschoben werden. Statt dessen wird kurzfristig
eine Litauenreise auf die Beine gestellt. Als Konzertkleidung für weltliche
Konzerte werden für die Kanbenstimmen blaue Westen eingeführt; Männerstimmen
und Knaben erhalten rote Fliegen. Anlässlich
der planten Reise findet am 17.3. eine Benefizkonzert für Chöre in Litauen
im Musiksaal des hessischen Landtags statt: Madrigale des 17. und 20.
Jahrhunderts, Chorlieder der Romantik, Volkslieder aus Hessen und Litauen
sowie geistliche Chor- und Abendlieder. Am
10.4. geht es per Flugzeug nach Vilnius, wo man zu Gast beim dortigen
Knabenchor und beim Knabenchor Kaunas ist. Weiter Stationen sind Klaipeda
und Nidden, am 24.4. kehrt der Chor um viele Erfahrungen reicher heim nach
Wiesbaden. Im
September kommt der bulgarische Knabenchor "Gouslartsche-Blagoevski
RNS" zwecks Besuch und Konzert im Saal im Dietrich Bonhoeffer-Haus,
unmittelbar danach ein Schweizer Knabenchor. Die Knabenkantorei Basel singt
im Rahmen ihrer Deutschlandtournee am 12.9. in der Marktkirche in Wiesbaden
und bleibt bis zum 14.9. Gast beim Knabenchor. Anlässlich
der Abschaffung des Buß- und Bettags als gesetzlicher Feiertag singt der
Knabenchor am 22.11. live in der ARD in einem Fernsehgottesdienst aus der
Marktkirche. Die Predigt hält Kirchenpräsident Prof. Dr. Peter Steinacker. In
der Adventszeit erwartet man einen Chor vom anderen Ende der Welt. Der
"Imogen Childrens Chorale" aus Australien (Brisbane) kommt zu
einem zwölftägigen Besuch. Untergebracht ist der Chor im Jugendheim in
Langenseifen und der Knabenchor trägt sämtliche Kosten für dessen
Aufenthalt. Im Gegenzug erwartet man natürlich dasselbe bei einem
Gegebenbesuch in Australien, der noch zwei Jahre auf sich warten lässt,
sich aber später als lohnende Investition entpuppt! Während
des Besuchs gestaltet man zusammen ein Konzert in Sobernheim am 3.12. . Am
5.12. singt der Imogen Chorale in der Hauptkirche in Wiesbaden. Es erschließt
sich dabei auch eine ganz andere Welt der Chorliteratur. Andrew LLoyd-Webber
darf natürlich nicht fehlen. Leider
kommt es zwischen den Sängern und Sängerinnen beider Chöre noch nicht so
richtig zu einem Kontakt, da der Chor nicht privat untergebracht ist. Auch
dieses Jahr finden wieder unendlich viele Weihnachtssingen statt: Hotel
Rheinblick, Handwerkskammer, Karnevalsverein, Hausfrauenbund, "Ihnen
leuchtet kein Licht", Bürgerhaus Sonnenberg, Bürgerzentrum Adlerstraße,
Anni-Lang-Haus und - das wars noch nicht ganz - das Weihnachtskonzert am
15.12. in der Marktkirche, zu guter Letzt die Christvesper in der
Marktkirche. Im
Januar wird die dritte CD mit Klaus Ullrich „Rosenmüller: Vesperpsalmen
und Magnificat“ aufgenommen. Es handelt sich um bisher nicht in Noten verfügbare
Werke von Johann Rosenmüller. Die Aufnahmen entstehen in Zusammenarbeit mit
dem Ensemble für alte Musik Leipzig „La Soranza“ unter der Leitung von
Arno Paduch und dem englischen Vokalensemble „Trinity Baroque“ unter der
Leitung von Julian Podger. Trotz großen Zeitdrucks gelingt das Projekt in
jeder Hinsicht, und die CD wird zu einer in der Musikwelt vielbeachteten
Rarität. Am
11.2. treten die Männerstimmen zusammen mit dem Chor der Stadt Wiesbaden
und der Frankfurter Singakademie in der Alten Oper in Frankfurt mit
Bruckners "e-Moll-Messe" auf. Für
geistliche Konzerte wird eine modifizierte Version des Kurrende-Mantels als
Konzertkleidung der Knabenstimmen eingeführt. Wie
schon in vorherigen Jahren gibt der Chor am 2.3. in Wittelsberg und am 10.3.
in Alsbach ein a cappella Konzert. In
den Osterferien (23.3.-6.4.) geht der Knabenchor auf zweiwöchige
Konzertreise in die Slowakei und zur Probenfreizeit nach Tschechien in ein
Sporthotel in der Nähe von Prag. Im
Mai steht der Gegenbesuch des Knabenchor "Varpelis" aus Kaunas/Litauen
an, im Juni der Gegenbesuch des Knabenchors aus Bratislava. Nach
den Sommerferien steht schon der zweite Litauische Gastchor vor der Tür,
diesmal der Chor der Musikschule in Pasvalys (26.9.-29.9.). In den
Herbstferien findet die Singefreizeit nach 6 Jahren wieder einmal in
Hohenunkel statt. Das war zu Beginn der Arbeit von Klaus Ullrich. Die
Freizeit dient wie immer der Vorbereitung der Weihnachtszeit. Im Oktober
wird auch Eva Schmidt nach langen Jahren erfolgreicher Stimmbildungsarbeit
mit einem Kammermusikabend in den Ruhestand verabschiedet. Auf
dem Programm für die Adventszeit stehen wieder internationale
Weihnachtslieder: 24.11. Konzert ev. Kirche Klarenthal, 26.11. Eröffnung
des Weihnachtsmarktes auf dem Luisenplatz, 30.11. Konzert in der
Friedenskirche, 1.12. Konzert in Meisenheim, 8.12. Konzert in Kelsterbach,
15.12. Konzert in der Marktkirche, 22.12 Konzert in der Bonifatiuskirche und
24.12. Christvesper in der Marktkirche. Die
Johannespassion von Schütz steht in der Passionszeit auf dem Programm, es
gibt Konzerte am 9.3. in Biebrich, am 15.3. in der Pauluskirche in Darmstadt
und am 16.3. in Alsbach-Hähnlein.
Am
17.3. geht der Knabenchor auf seine bisher weiteste Reise: nach Malaysia und
Australien. In Kuala Lumpur ist man zu Gast beim Goethe-Institut und direkt
in „China Town“ im Hotel untergebracht. Nach einer Woche in der
Hauptstadt Malaysias ist man noch 3 1/2 Wochen in Australien beim
"Imogen Childrens Chorale" zu Gast. Auf dem Konzertprogramm stehen
primär internationale Volksliedsätze. Diese Konzertreise wird jedem Sänger
besonders im Gedächtnis bleiben, denn man erlebt eine ungewöhnliche
Gastfreundschaft in Brisbane, sowie viele unvergessliche Konzerte und
Begegnungen. Leider
verkündet Klaus Ullrich vor dem letzten Konzert in Australien, dass er sich
entschieden hat, die Chorarbeit niederzulegen. Eine folgenschwere
Entscheidung für den Knabenchor. Aufgrund
der Kündigung von Klaus Ullrich und finanzieller Schwierigkeiten
entscheidet die Landeskirche im Juni, die Trägerschaft des Wiesbadener
Knabenchors niederzulegen. Trotz erheblichem Bemühens gelingt es nicht, die
Entscheidung umzustoßen. Aber man ist fest entschlossen, aus eigener Kraft
den Chor unter privater Trägerschaft weiterzuführen, was in einem
gewaltigen Kraftakt gelingt. Der Chor finanziert sich von jetzt an über
Mitgliedsbeträge der Chorsänger, Zuschüsse der evangelische Kirche in
Wiesbaden, der Stadt Wiesbaden – und über Spenden. Im
August wird die vereinsfinanzierte Chorleiterstelle in der „Zeit“
ausgeschrieben, wenig später liegen zahlreiche Bewerbungen vor. Nach
Gesprächen mit ausgesuchten Bewerbern und Probedirigieren, entscheidet sich
der Vorstand des Wiesbadener Knabenchor e.V. für den Holländer Hans de
Gilde, der am 14.9. die künstlerische Leitung übernimmt. Hans de Gilde
arbeitet an einer Musikschule in Heidelberg und führt die Chorleitertätigkeit
als "Zweitjob" aus. Leider nur für ein knappes Jahr. Am
4.10. singt man zum ersten Mal zusammen beim 25jährigen Jubiläum von
Martin Lutz in der Christophorus-Kirche in Schierstein. Im
Dezember werden zahlreiche Weihnachtssingen durchgeführt, nicht zuletzt da
der Chor jetzt auf jede zusätzliche Einnahme angewiesen ist. Dieses
insgesamt doch sehr aufgewühlte Jahr endet mit dem Weihnachtskonzert am
21.12. und der Christvesper am Heiligen Abend in der Marktkirche. Am
14.2. fährt man gemeinsam an die Wirkungstätte des neuen Chorleiters, nach
Heidelberg, und verbringt dort einen Tag mit Proben, Besichtigungen und
einem Singen in einer katholischen Messe. Im
Rheingau, in der evangelischen Kirche Mittelheim, singt der Knabenchor am
29.3. und am 4.4. in der Christopherus-Kirche in Wiesbaden. Der Vorstand erfährt,
dass Hans de Gilde aus beruflichen Gründen nach Ulm ziehen möchte und aus
diesem Grund die Chorarbeit nicht weiterführen kann. Die Suche nach einem
neuen Chorleiter beginnt erneut, diesmal erhält man 15 Bewerbungen und führt
ein Probedirigieren durch, bei dem die Entscheidung auf den 28-jährigen
Nicol Matt aus Stuttgart fällt. Am
9. September übernimmt Nicol Matt die künstlerische Leitung. Das
größte Problem für den Chor ist wieder einmal der Nachwuchsmangel, der
sich nach den Versäumnissen der vorangegangenen Zeit dramatisch zuspitzt.
Es werden Schnupperproben zur Nachwuchswerbung angesetzt. Vom 1.10.-3.10.
hat man den Kieler Knabenchor mit einem Konzert in der Kreuzkirche zu Gast. In
den Herbstferien findet eine Singefreizeit mit dem Nicol Matt in Hohenunkeln
statt. In der Adventszeit wirkt der Knabenchor bei einem Benefizkonzert in
der Marktkirche mit, die traditionellen Adventssingen in der
Bonifatiuskirche und in der Marktkirche sowie zwei Adventskonzerte in St.
Mauritius und in der Hauptkirche in Biebrich werden gestaltet. Am 24.12. hört
man den Knabenchor wie gewohnt in der Christvesper der Marktkirche. Dieses Jahr ist endlich wieder eine Konzertreise geplant. Es geht in den Osterferien vom 22.3.-30.3. nach Holland. Stationen sind 5 Tage Aufenthalt in der Jugendherberge Elst, die zum Vorbereiten der Konzerte dienen, anschließend ein 4-tägiger Aufenthalt beim Sacramentskoor Breda und zum Schluss noch zwei Tage in Haarlem beim dortigen Knabenchor. Die Reise wird zusammen mit einem Vokalensemble (Mitglieder des Nordic Chamber Choir) und 4 Schlagwerkern durchgeführt. Auf dem Programm stehen u.a. Bachmotetten mit Schlagwerkbegleitung, eine durchaus experimentelle Art der Aufführung.
Die
Osterferien finden ihren krönenden Abschluss in einem Konzert am
Ostermontag in der Marktkirche mit dem Programm der Konzertreise. Vom
13.5-15.5 ist dann unser gastgebender Chor aus Breda in Wiesbaden zu Besuch,
u.a. mit einem Konzert in der Dreifaltigkeitskirche. Im
Juni steht auch schon das nächste große Projekt an. Der Knabenchor führt
zusammen mit dem Südbadischen Kammerchor das Requiem von Hidas auf: zwei
Konzerte in Frauenalb, je eins im Kurhaus Sasbachwalden und in der
Marktkirche Wiesbaden. Christiane Glotzbach nimmt ihre Arbeit als Leiterin
des Vorchors auf und hilft auch die Nachwuchswerbung zu verbessern. In der zweiten Jahreshälfte gibt es wieder viele Gottesdienste, Adventssingen und das Weihnachtskonzert in der gut besuchten Lutherkirche in Wiesbaden. Die Vorbereitungen für das große Jubiläum 2000 beginnen. Und nicht zu vergessen: Der Knabenchor besitzt nun eine Homepage „www.wiesbadener-knabenchor.de“. Das Jubiläumsjahr "40 Jahre Wiesbadener Knabenchor" wird mit einem Neujahrsempfang im Bonhoeffer-Haus festlich begonnen. Auf dem Empfang werden den zahlreich erschienenen Freunden und Mitgliedern die Pläne für das Jubiläumsjahr vorgestellt. Eine Besonderheit des Jubiläumsjahres ist das Angebot eines Jubiläumsweins. Bevor der Chor mit der Probenarbeit für das Jubiläumskonzert beginnen kann, stehen zwei weitere Konzertprojekte auf dem Terminplan. Am 21. März singt der Chor im Rahmen der Wiesbadener Bachnacht die Bachmotette "Jesu, meine Freude", bevor gleich am darauffolgenden Wochenende ein weiteres Konzertwochenende in Süddeutschland ansteht. Mit dem Südbadischen Kammerchor und der Stadtkapelle Achern führt der Chor in der Pfarrkirche Achern noch einmal das "Requiem" von Frigyes Hidas auf, außerdem das "Gloria" von John Rutter. Am Ostermontag singt der Chor im Rahmen des Festgottesdienstes in der Marktkirche ein Programm mit Bach-Chorälen. Danach aber nähert sich der Höhepunkt des Jahres. Das Jubiläumswochenende vom 01. bis zum 04. Juni.
Die Festtage beginnen mit einem Jubiläumsgottesdienst in der Hauptkirche in Wiesbaden-Biebrich, der von Herrn Pfarrer Kratz gehalten wird. Die Festpredigt hält der neu eingeführte Stadtdekan Martin Heinemann. Nach dem Gottesdienst folgt ein Festempfang in der Rotunde des Biebricher Schlosses. Zahlreiche Festgäste sind erschienen, darunter auch der langjährige Chorleiter Dr. Konrad-Jürgen Kleinicke.
Nachmittags werden die Feierlichkeiten mit einem Chorfest im Bonhoeffer-Haus fortgesetzt. Zahlreiche ehemalige Sänger sind aus ganz Deutschland angereist und freuen sich über das Wiedersehen mit vielen alten Freunden und guten Bekannten. Auch musikalisch beweist das Chorfest wieder die große Bandbreite des Knabenchores. Der Bläserkreis stimmt mit einer Intrade ein. Vorchor und die Knabenstimmen führen ein Singspiel auf, das von Christiane Glotzbach einstudiert und inszeniert wurde, während die Männerstimmen ein Trinklied, aber auch moderne Balladen zum Besten geben. Krönender Abschluß: die Revue-Einlage von Christiane Glotzbach! Das Jubiläumskonzert am 04. Juni im Kurhaus Wiesbaden wird zu einem Höhepunkt der Chorgeschichte. Gemeinsam mit dem Knabenchor collegium iuvenum aus Stuttgart und der Kammerphilharmonie Rhein-Main wird das Konzert gestaltet. Zunächst spielt der befreundete junge Pianist Erik Reischl das zweite Klavierkonzert von Rachmaninow, anschließend folgen der "42. Psalm" von Felix Mendelssohn Bartholdy (Solo: Ute Herbert-Reischl) und das "Gloria" von John Rutter. Der Wiesbadener Knabenchor und sein Leiter Nicol Matt stellten sich in bester Verfassung dar, das konstatierte nicht nur die Wiesbadener Presse. Nach der ereignisreichen ersten Jahreshälfte stehen bis Weihnachten nur kleinere Konzerte an, so erstmalig das Abschlußkonzert der Biebricher Kulturtage in St. Marien Mitte Oktober. Leider erreicht den Chor wieder einmal eine Hiobsbotschaft. Christiane Glotzbach muß die Chorleiter-Assistenz abgeben, da ihr Referendariat für den Schuldienst beginnt. Glücklicherweise wird mit Corinna Müller-Goldkuhle rasch eine qualifizierte Nachfolgerin gefunden, so daß die Nachwuchsarbeit ununterbrochen fortgesetzt werden kann. Damit nicht genug. Anfang November steht fest, daß Nicol Matt im folgenden Jahr die Chorarbeit aufgrund seiner Verpflichtungen bei anderen Chören und aufgrund anderer beruflicher Perspektiven nicht in gewohnter Weise fortführen kann. Schon Ende November beginnen die Gespräche mit den ersten Kandidaten um die künstlerische Leitung. Leicht eingeschränkt werden auch die Konzerte und Adventssingen wieder durchgeführt, so ein Festgottesdienst in der Thomaskirche, das Adventssingen in der Marktkirche und auch die beiden Weihnachtskonzerte in der Hauptkirche und in der Basilika von Oestrich-Winkel mit der "Weihnachtshistorie" und dem "Magnificat" von Heinrich Schütz, sowie dem zeitgenössischen "Magnifact" von Arvo Pärt. Den Abschluß des Jubiläumsjahres bildet wieder die Christvesper in der Marktkirche. |